Ich bin begeisterter Hörer von „Mensch Otto“ auf Bayern 3. Was das mit Führung zu tun hat? Meine Autofahrt gestern ist ein klasse Beispiel dafür. Es ging um Leadership, den eigenen Selbstwert und Grenzen. Und um die vielfältigen Optionen, die uns heutzutage zur Verfügung stehen, uns im Alltäglichen aber auch geradezu erdrücken. Also die Situation, der sich Führungskräfte ausgesetzt sehen.

Aufgrund dieser multioptionalen Umwelt und den sich immer dynamischer ändernden Herausforderungen reicht es einfach nicht mehr auf althergebrachte (Führungs-)Konzepte zu setzen. Ja nicht mal die eigene „jahrelange“ Erfahrung hilft weiter, wenn ich als Führungskraft mal wieder vor einer Situation stehe und mir denke: „Das hatte ich jetzt auch noch nicht. Was tun…?!“

Führung kann heute nicht mehr durch eine „push-Funktion“ funktionieren. Mitarbeiter nach starren Führungstechniken in eine Richtung „drücken“ war gestern. Klare Führung, also ein mutiges Vorangehen“ übt eine „pull-Funktion“ aus. Und das gelingt nur wenn ich als ganze Persönlichkeit präsent und authentisch überzeuge. Keine Rolle oder Technik, nein, ich muss wissen wo ich hinmöchte, geradezu spüren was die Situation erfordert und intuitiv aber verantwortungsvoll in die richtige Richtung gehen.

Dies gelingt mir aber nur, wenn ich ganz bei mir bin: wenn ich überzeugt bin von dem, was ich tue und mich nicht überreden lasse von dem „Ich muss so und so sein.“ und anderen Anforderungen meiner Umgebung. Genau dafür ist es dann wichtig sich auch abgrenzen zu können. Im Sinne von „Das bin ich, das ist meine Grenze, und soweit gehe ich.“. Dann kann ich auch einen stabilen Selbstwert entwickeln, ein „Ich bin mir selbst etwas wert“, und stelle etwas dar.

Das ganze hört sich esoterisch an? Das verstehe ich, aber ist es ganz und gar nicht. Eigentlich ist es auch nichts neues, hat mich aber einfach daran erinnert, ab und zu nachzusehen, was ich selbst wirklich möchte in einer Situation. Nicht, was mein Gegenüber will oder was ich meine, dass er es will… ja, so schnell ist man ab und zu ganz wo anders und gar nicht mehr bei sich selbst. Dabei weiß ich doch am besten, was ich will und sollte das auch nach außen zeigen: meine Grenzen. Und gerade dadurch kann ich wirklich offen sein für den Kontakt und eine Beziehung zum Gegenüber. Unabhängig von starren Konzepten kann Führung so auch in einem dynamischen Umfeld ausgeübt werden, selbstsicher, bewusst und verantwortungsvoll.